Limonaia: Charme verwilderter Gewächshäuser

„…schön wie das Paradies, wie die erste Schöpfung“ schwärmte der englische Autor D.H. Lawrence über den Gardasee. Und das in Zeiten des beschwerlichen Reisens, denn schon 1912 war er zu Fuß über den Brenner gekommen und blieb hier haften. Nicht alleine, mit seiner Geliebten Frieda baute er sich ein Liebesnest in dem kleinen, bis heute so romantischen Fischerdorf Gargnano auf der westlichen, der lombardischen Seite des Sees: „Der Gardasee war so lieblich unter dem sonnigen Himmel – man konnte das nicht ertragen, so schön.“

Im Kloster von San Francesco aus dem 13. Jahrhundert machte er eine erstaunliche Entdeckung: steinerne Zitronen, Abbildungen jener saftig-sauren Früchte, die mehr als alles den Süden und die Sonne verkörpern! Was für ein Duft! Immergrüne Bäume, die blühen und Früchte tragen zur gleichen Zeit, Sommers wie im Winter, sogar die Blätter sind zur Verfeinerung von Speisen zu geniessen!

Die Limoaia

Bereits im 18. Jahrhundert wurden Zitronen in terrassierten, langgezogenen, im Winter geschlossenen Treibhäusern gezüchtet und gediehen prachtvoll. Die Idee dazu hatte der ortansässige Garf Carlo Bettoni-Cazzago. In mit Holzfeuern beheizten Gewächshäusern brachte er Zitronenbäume zum Blühen. Limmonaia heißt seine Erfindung und beruhte auf wärmespeichernden Steinwänden, den Rückeiten der Terrssen. In Kombination mit Glasabdeckungen auf Steinsäulen und Holzgerüsten zum Schutz der kälteempfindlichen Pflanzen war die  Limmonaia geboren und verbreitete sich rasch am nördichen Gardassee. Leider Ist der Zitronenanbau Anfang des 20. Jahrhundert passé. Die Ernte der gelben Frucht hatte sich in den Süden verlagert, aus wirtschaftlichen Gründen und die Enteckung der chemischen Synthese von Zitronensäure waren der Grund für den Niedergang dieser Kultur. Heute stimmen den Besucher die wildromntischen Reste der Gewächshäuser und der verbliebene Zitronenduft genussreuich auf den Süden ein.

„An den Hängen steil über dem See leuchten den ganzen Sommer über die Reihen nackter Pfeiler aus em grünen Laubwerk wie Tempelreste. Weiße, vierkantige Mauerpfeiler, verloren in ihren rechtwinkligen Kollonaden, verstreut über die Hänge wie die letzten Spuren einer Tempelanlage, eines vergangenen Kults. Und auch im Winter sind einige von ihnen zu sehen – weitab an einsamen Stellen, ausgesetzt der prallen Sonne, graue Säulenreihen, die aus zerbrochenen Mauern aufsteigen, eine hinter der andern, vergessen und nackt unter dem Himmel.“ schrieb Lawrence in seinem Buch Italienische Dämmerung.

Limonaia sw

Das Lefay Resort

Doch der Baustil der Zitronenplantagen prägt noch heute die Kulturlandschaft. Die Limmonaia inspirierte den Südtiroler Hotelplaner Hugo Demetz zum Bau des Lefay Resort&Spa Lago di Garda, das sich im Besitz der Familie Alcide Leali befindet, dem Stahlunternehmer und dem Grpnder von“Airdolomiti“. 400m hoch über dem Gardasee thront die 5-Sterne-Anlage des Luxushotels. 60.000 Kubikmeter Erde wurde bewegt, um den weitläufigen Komplex mit begrünten Flachdächern behutsam in die unbebaute Alm- und Berglandschaft zu integrieren. Naturmaterialien wie Oliven- und Nußbaumholz sowie Roter Veroneser Marmor sorgen für gediegene Atmosphäre in der kleinen Luxusherberge, die mehrfach ausgezeichnet wurde –  für ihr nachhaltiges Witschaften oder auch den Wellnessbereich. Beheizte Indoor- und Outdoorpools, Salzwasser, Salzgrotte, ein atemberaubender Ausblick vom Infinity-Pool hoch über dem See. Selbst König Ludwig II wäre romantisch verzückt von dieser Anlage  gewesen.

Lefay Pool

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