Die Begriffe für Steuer auf Wohnmobilen in Italien sind, zugegeben, etwas verwirrend: GIS nennt sich die neue Gemeindeimmobiliensteuer, die die staatliche IMU bzw. TASI ersetzt.

Die Landesregierung legt die Grundsätze für die neue Gemeindenimmobiliensteuer fest. Wer wie viel Steuer für seine Wohnimmobilie bezahlen muss beschreibt ein Artikel von Matthias Kofler, Neue Südtiroler Tageszeitung.

Seit Anfang des Jahres hat das Land die Gesetzgebungsbefugnis für die Festlegung der Gemeindeimmobiliensteuer inne. Am Dienstag hat die Landesregierung die Grundlagen für das neue Steuersystem festgelegt. „Die Steuer baut auf dem auf, was wir in den letzten 20 Jahren an Erfahrungen mit ICI und IMU gesammelt haben”, so Landeshauptmann Arno Kompatscher. Zudem nutze man die neuen legislativen Spielräume, um Schwachpunkte der staatlichen Steuern zu beseitigen und Entlastungen für Bürger wie Unternehmen durchzusetzen.

Die Details:

Der Vorschlag der Landesregierung sieht einen Normsteuersatz von 0,76 Prozent des Katasterwerts vor, den Gemeinden wird dabei ein Spielraum von 0,5 Prozentpunkten nach oben und unten zugestanden. Allerdings gilt dieser Normsteuersatz nur für Immobilien, für die das Gesetz nichts anderes festlegt. So gibt es etwa eine Sonderregelung für Erstwohnungen. Diese sieht vor, dass die Erstwohnung mit 0,4 Prozent besteuert wird.

Allerdings wird ein Steuerfreibetrag festgeschrieben, der der Steuerschuld für eine Standardwohnung der Katasterklasse A2, sieben Räume, entspricht und damit von Gemeinde zu Gemeinde variiert. „De facto entspricht diese Standardwohnung in etwa der klassischen Wohnung mit 110 Quadratmetern, für die deshalb keine GIS zu zahlen sein wird“, erklärt Kompatscher.

Gute Nachrichten gibt es auch für gewerblich genutzte Immobilien. Für diese wird sich der GIS-Satz auf maximal 0,56 Prozent belaufen, der Spielraum der Gemeinden beträgt noch einmal 0,1 Prozentpunkte nach unten. Schon mit dem gesetzlich festgelegten Satz würden die Unternehmen rund ein Viertel der Immobiliensteuer sparen, galt für die IMU doch ein Satz von 0,76 Prozent. „Insgesamt werden die Unternehmen dadurch um 20 Millionen Euro entlastet“, so der Landeshauptmann.

Einfacher soll auch die Berechnung der Steuerschuld werden, indem auf den Katasterauszügen nicht nur der Katasterertrag angegeben werden soll, sondern auch der Katasterwert.

Bis dato ist der GIS-Entwurf der Landesregierung ein Vorschlag, der in den kommenden zwei Wochen noch ein umfassendes Begutachtungsverfahren durchlaufen wird. So muss der Rat der Gemeinden ein Gutachten abgeben. „Dies sollte nur eine Formalität sein, weil wir bei der Ausarbeitung des Entwurfs bereits Experten des Gemeindenverbands beigezogen haben“, so der Landeshauptmann. Und schließlich wird der Entwurf noch mit den Sozialpartnern besprochen, bevor er endgültig abgesegnet und dem Landtag zur Diskussion und Verabschiedung übermittelt wird.